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Volksinitiative für die Stadtbahn startet Unterschriftensammlung
Volksinitiative für die Stadtbahn startet Unterschriftensammlung
Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 20:59 Uhr

Feuer frei! Die neu gegründete Volksinitiative für den Bau der Stadtbahn hat offiziell mit der Unterschriftensammlung begonnen. Zahlreiche Befürworter und Kamerateams waren bei der Auftaktveranstaltung am Bramfelder Dorfplatz dabei.
Harry Schau, Sprecher der neu gegründeten Volksinitiative "Stadtbahn JA" kommt bei klirrend kalten Temperaturen mitten auf dem Bramfelder Dorfplatz vor zahlreichen Kamerateams so richtig in Fahrt.
"Wir Bramfelder und Steilshooper Bürger waren noch nie so nah dran an unserem gemeinsamen Ziel. Und ich verspreche Ihnen hier und heute: Wir werden uns diese Schienen-Anbindung nicht mehr nehmen lassen. Wenn es sein muss, gehen wir so lange auf die Straße, bis der Senat die Stadtbahn baut", diktiert der 77-jährige den Journalisten in die Blöcke und eröffnet damit zeitgleich die offizielle Unterschriftensammlung für die Volksinitiative.
Bis zum nächsten Sommer wollen hunderte Helfer und Geschäftsleute mindestens 10.000 Unterschriften für die geplante Stadtbahn sammeln. Die Zeichen stehen gut: Schon in den ersten Minuten gehen die frisch gedruckten Unterschriftenlisten vor einem extra eingerichteten Info-Pavillon weg wie warme Semmeln – die Fernsehkameras halten drauf.
Mit Hinblick auf die Stadtbahngegner in Winterhude betonte Schaub, dass es ihm bei seiner Volksinitiative vor allem um eine Versachlichung der Stadtbahn-Debatte gehe. "Wir diskutieren nicht um irgendwelche Ideologien, sondern um handfeste Fakten. Schon heute hat das Bussystem seine Grenzen erreicht. Gerade in unseren Stadtteilen mit den Großsiedlungen wirken sich die Engpässe im öffentlichen Nahverkehr dramatisch aus. Viele Busse sind wegen Überfüllung geschlossen.", so der Initiativenleiter. Hamburg sei die einzige Deutsche Großstadt, die keine Antworten auf diese Fragen habe und trotz täglich wachsender Probleme auf ein Stadtbahnsystem verzichte.
Der 77-jährige ist überzeugt: "Der Staat ist in der sozialen Pflicht, für eine ausreichende Mobilität zu sorgen."
Dieser kleine Giftpfeil dürfte vor allem an die SPD adressiert sein – immerhin sprach sich der sozialdemokratische Bürgermeisterkandidat Olaf Scholz in den vergangenen Tagen immer wieder gegen die Stadtbahn aus. Die Kampfansage aus den SPD-Hochburgen Bramfeld und Steilshoop mit insgesamt 70.000 Bürgern dürfte den Parteistrategen in den kommenden Wochen noch Kopfzerbrechen bereiten.
Scholz hatte die Stadtbahnpläne vor allem mit dem Hinweis auf die Finanzierbarkeit angezweifelt – ein Argument, das Schaub so nicht gelten lassen will. "Natürlich steht die Wirtschaftlichkeit zu Zeiten knapper Kassen ganz oben. Aber gerade darin liegt der Zynismus der derzeitigen Diskussion um die Stadtbahn. Gerade weil sie so wirtschaftlich ist, kann es sich Hamburg nicht leisten, auf den Bau zu verzichten. Wer sich gegen die Stadtbahn ausspricht, nimmt für die Zukunft höhere finanzielle Belastungen für den Stadthaushalt in Kauf, wohlgemerkt bei unverändert schlechtem Service und unzureichenden Kapazitäten."
Zudem betonte Schaub, dass das Bundesverkehrsministerium dem Stadtbahnprojekt einen positiven Kosten-Nutzen-Faktor bescheinigt hat. "Glauben Sie allen Ernstes, dass ausgerechnet der Bund großzügig rechnet, damit Hamburg die Stadtbahn bekommt?"
Unterschriftenlisten für die Stadtbahn sind als Download direkt über die Website www.stadtbahnja.de erhältlich.
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Kommentare (2)

W.K.
said:
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Gut so Es ist gut, dass sich in Hamburg jetzt endlich auch die Bürger, die die Stadtbahn bisher für einen Selbstläufer hielten, da sie der Politik Rationalität unterstellten, organisieren. Ich weiß nicht, was sich Herr Scholz von seiner Positionierung gegen die Vernunft verspricht. Fühlt er sich als potentieller Bürgermeister den Bürgern die ihn wählen sollen verpflichtet oder weiterhin wie sein Parteivorsitzender und der Vorsitzende der Bundestagsfraktion seiner Partei ausschließlich der Autoindustrie. Wie das geht sieht man ja am Vositzenden des Verbandes der Automobilindustrie, der für den ÖPNV als Bundesverkehrsminister nichts getan hat. Nur Stuttgart 21 zur Abschöpfung von Mitteln für einen ansonsten möglichen bundesweiten Schienenausbau hat er zu Wege gebracht. Irgendwie scheint die Partei des Auto- und Gaspromkanzlers Schröder auch noch immer dem "Auto Darf Alles Club" und dessen Freunden, näher zu stehen als seinen Wählern und der Zukunft der Stadt Hamburg. Sonst würde sich Herr Scholz zumindest zurücknehmen. Hoffen wir, dass durch diese Initiative wenigstens einige in der Sonderbarsten Partei Deutschlands merken, dass sie auf dem Holzweg sind und die benzingesteuerten Gehirrne mancher Interessenverbände nicht die Zukunft einer lebenswerten Stadt gestalten werden können. |
Januar 04, 2011
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