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Koalitionsbruch: Was macht die CDU mit der Stadtbahn?
Koalitionsbruch: Was macht die CDU mit der Stadtbahn?
Montag, den 29. November 2010 um 18:05 Uhr

Hamburg ist am Zug. Mitte Februar wählen die Bürger außerplanmäßig einen neuen Senat. Die Stadtbahn wird im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen. Die CDU positioniert sich schon.
Herzlich willkommen im Wahlkampf! Mit einer blitzschnellen Schubumkehr versucht die CDU also, die Stadtbahn-Proteste in Winterhude und Eppendorf für sich zu nutzen und in Wählerstimmen umzumünzen.
Ein taktisch kluger Zug – allerdings sollten die Christdemokraten dabei nicht vergessen, dass sie es waren, die ausgerechnet eine Stadtbahn-Trasse mitten durch Winterhude wollten und dies Ende 2008 gegen den Willen der GAL durchgesetzt hatten. Begründung: Die Tangentialstrecke von Bramfeld nach Altona sei wichtig für Hamburg und habe größere Fahrgastpotentiale als eine Strecke von Bramfeld in Richtung Innenstadt.
Die aktuellen Planfeststellungsunterlagen geben der CDU sogar recht. Demnach haben Verkehrsstudien ergeben, dass mit der Strecke Bramfeld - Altona deutlich mehr Menschen erstmals einen Schienenanschluss erhalten als bei der Strecke Bramfeld - Hauptbahnhof. Außerdem leben entlang der Strecke nach Altona mehr autofahrende Pendler, die theoretisch auf die Stadtbahn umsteigen könnten. Die Hochbahn rechnet damit, dass auf dieser Strecke pro Tag 12.150 Autofahrten auf die Stadtbahn verlagert werden. Diese Zahlen sind auf der Strecke Bramfeld – Hauptbahnhof nicht erreichbar, weil dort der Großteil der möglichen Stadtbahnnutzer schon jetzt mit anderen Schienenverkehrsmitteln (S1/S11, bzw. U3) in die Innenstadt fährt und der ÖPNV auf dieser Verbindung kaum noch zusätzliche Fahrgäste hinzugewinnen kann.
Die CDU lag Ende 2008 mit Ihrer Forderung nach einer Stadtbahnstrecke durch Winterhude also durchaus richtig und hat diese Trasse daher konsequent immer wieder verteidigt.
Sollten die Christdemokraten aufgrund des ausgebrochenen Wahlkampfes nun tatsächlich für eine andere Streckenführung plädieren, müsste sie erklären, warum man seinen eigenen Plänen widerspricht und eine millionenschwere, vom Steuerzahler finanzierte Streckenplanung zunichte machen möchte. Zudem würde eine neue Streckenplanung wertvolle Zeit kosten und die Frage aufwerfen, warum ein Massenverkehrsmittel, wie die Stadtbahn, nicht dorthin fahren soll, wo viele Menschen zusammenkommen und konsumieren: Am Winterhuder Markt.
Sicher ist: Die CDU wird in den nächsten Wochen Farbe bekennen müssen, ob sie die drängenden Verkehrsprobleme der Klimahauptstadt 2011 wirklich lösen will oder nicht – ob sie eine Partei der Macher bleibt oder zu Verhinderern wird. Und Fraktionschef Schira wird zeigen können, wie viel seine politischen Versprechen wirklich wert sind – vor allem seine Aussage vom 27.9.2010 in der Hafencity-Universiät: "Ich unterstütze die Stadtbahn nicht aus Koalitionsgründen, sondern weil sie wirklich notwendig ist".
70.000 Wähler in Steilshoop und Bramfeld werden dies mit Spannung verfolgen.
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Kommentare (6)

Thorsten Bartel
said:
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... Naja sagen wir mal so: da unsere Damen und Herren Volks"ver"treter sowieso niemals für finanziellen Schaden, den sie anrichten aufkommen müssen, wird es der CDU ziemlich schnuppe sein, ob da nun ein Haufen Geld für Planungen etc. verbraten wurde. Im Übrigen ist die Frage, ob die CDU überhaupt wieder ans Ruder kommt. Es sieht eher nach einer Koalition aus SPD und GAL aus. Wie wir uns aus den 1990iger Jahren erinnern, hat sich die SPD hier erfolgreich als Stadtbahn - Verinderungspartei erwiesen, auch wenn die Schill - Partei dann so nett war und das Projekt abgeschossen hat. Es wurde jahrelang geplant, immer wieder eine neue Trasse und dann wurde herumgeeiert seitens der SPD. Man will die Stadtbahn aber vielleicht doch lieber nicht. Meine Prognose: das Projekt wird totgelabert, eignet sich nun vielleicht noch ein letztes Mal als Wahlkampfbluff und verschwindet dann bis zur nächsten Wahl in den Schubladen. Es war schon ganz geschickt, den Baubeginn auf 2012 zu legen also nach der regulären nächsten Wahl anstatt gleich anzufangen. So nach dem Motto: wir haben das beschlossen aber was können wir dafür, wenn die nächste Regierung das Projekt wieder gibt. Sorry aber was alleine schon an Geld für die halbherzigen Planungen seit 1989 verbraten wurde, dafür gehört den Verantwortlichen schon der Bauspaten um die Ohren gehauen! |
November 30, 2010
Holger Ebeling
said:
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Ende? Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) hat die Hamburger Hochbahn aufgefordert, den Antrag für den Bau der Stadtbahn zurückzuziehen. Das bestätigte die Hochbahn dem Hamburger Abendblatt. Damit ist das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren für den ersten Teilabschnitt vom Bramfelder Markt bis zur Kellinghusenstraße gestoppt. Siehe: http://mobil.abendblatt.de/ham...Startseite |
November 30, 2010
Thorsten Bartel
said:
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... Ende! Es ist schon eine Mischung aus Erschrecken, Belustigung und Kopfschütteln, wie leicht mittlerweile diese Ränkespielchen und Wahlbetrügereien zu durchschauen sind. Neu war hier nur die Qualität: soviel Geld hat man noch nicht rausgeschmissen, für eine Sache, die man von Anfang an nicht wollte. Es wird dringend, ganz dringend Zeit, das Politiker für ihre finanziellen Sandkastenspiele finanziell zur Rechenschaft gezogen werden! |
November 30, 2010
Andreas Koch
said:
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alter Transrapid Befürworter Ich kenne noch das Geschrei der GAL bei dem Transrapid, damals durchaus eine echte Alternative zum Flugverkehr. Es war ja alles soooo teuer. Und nun dürfen es bei eurem Stadtbahnprojekt ruhig mal 1 Milliarde Baukosten sein. Wie sagte schon Rezzo Schlauch während der Planung zum Transrapid:"Das Projekt ist tot, mausetot...." Wohl denn... |
Dezember 09, 2010
Mathias
said:
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Transrapid Ich gebe zu, ich hätte den Transrapid durchaus spannend gefunden - aber ich bezweifle sehr, daß er in Deutschland hätte erfolgreich sein können. Zum einen natürlich durch die Konkurrenz der Eisenbahn, die mit weniger Aufwand ähnliche Reisezeiten schaffen kann, zum anderen durch die ausgeprägte Kleinstaaterei, die bewirkt, das selbst ein Kaff wie Montabaur einen ICE-Bahnhof bekommt. Der Transrapid braucht eine lange, unterbrechensfreie Verbindung, um seine Stärken auszuspielen. Die hätte es hierzulande nie gegeben. Auch die Strecke Hamburg-Berlin war mit Zwischenstop geplant - purer Unsinn. Aber die Stadtbahn mit dem Transrapid zu vergleichen, ist schon absurd. Die Transrapidstrecke nach Berlin sollte damals mit Fahrzeugen rund 4,5 Milliarden Euro kosten - und das, wo es mit dem Ausbau der bestehenden Eisenbahnstrecke eine durchaus nennenswerte und deutlich preiswertere Alternative gab. Bei der Stadtbahn sind die Kosten niedriger, die Alternativen schlicht nicht vorhanden, und das Risiko ein Bruchteil. Dafür ist der Nutzen höher. Man darf durchaus mal für ein und gleichzeitig gegen ein anderes Projekt sein, ohne dabei inkonsequent zu sein. |
Dezember 10, 2010
Joachim Szelwis
said:
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Auch Transrapid Die Wirtschaftlichkeit des Transrapid objektiv zu bestimmen ist sicherlich sehr viel schwieriger als bei einer Stadtbahn; man hat einfach keinerlei ökonomischen Richtwerte, auf die man zurückgreifen könnte. Auch ich gehörte zu den Befürwortern und sehe im Übrigen immernoch die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Referenzstrecke in Europa; allerdings glaube ich nicht an eine Realisierung im nächsten oder übernächsten Jahrzehnt. Wenn man heute aber den Grünen den alleinigen Schwarzen Peter für das Scheitern der Strecke Berlin-Hamburg zuschieben möchte, übertreibt man. Denn Gegner hatte der Tansrapid damals viele: Die (zugegebenermaßen rot-grüne) Landesregierung von Schleswig-Holstein, die (rot-rote) Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern und sicher auch weitere unbetroffene Landesregierungen, die dem Norden die Bundeszuschüsse neideten. Das letzendliche Aus brachte jedoch die brüske Weigerung der Industrie, sich an den finanziellen Risiken von Kostensteigerung aufgrund der Neuheit der Technologie zu beteiligen; mit anderen Worten: Deutschland sollte ein Produkt ohne jede Gewährleistungsrechte kaufen! Auch hat die DB ihren Teil dazu beigetragen, indem sie vom Bund eine Bestellgarantie für die Strecke verlangte. Der Bund hätte der Bahn also Zuschüsse für den Betrieb der (wirtschaftlichen?) Tansrapidstrecke gewähren müssen. Da außer der DB niemand realistischerweise den Betrieb hätte führen können, hätte der Bund der DB jeden Betrag zahlen müssen, den diese verlangt hätte! Bezeichnend ist insbesondere, wie schnell vielerorts eigene Transrapidplanungen aus dem Hut gezaubert wurden, nachdem die Strecke Berlin-Hamburg vorher von vielen so vehement bekämpft worden war. Das Aus des Transrapid in NRW mag man den Grünen anlasten, aber auch hier waren die Finanzierungsfragen sowohl mit der DB als auch mit den Herstellern noch ungeklärt. Dass die Strecke in München nicht gebaut wurde, hat die Bundesregierung (große Koalition) aufgrund erheblicher Kostensteigerungen entschieden. Mit dieser Entscheidung hatten die Grünen nichts zu tun. |
Dezember 14, 2010
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