Freitag, 18. Mai 2012
   
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Stadtbahn: Die wichtigsten Punkte zur Planfeststellung

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Hamburg hat aus dem Elbphilharmonie-Desaster gelernt: In einem beispiellosen Schritt stellt die Hochbahn die kompletten Planungsunterlagen zur Stadtbahn ins Internet und schafft soviel Transparenz wie noch nie. Ein Überblick.


Warum führt die Trasse durch den Ortskern von Winterhude und nicht drumherum? Wie wurde der Bedarf an der Stadtbahn analysiert? Wie lange dauern die Bauarbeiten? Wie viele Parkplätze fallen weg?

Auf hunderten eng bedruckten Seiten werden diese und andere Fragen detailliert geklärt. Insgesamt hat die Hochbahn für diese Informations-Offensive 16 DIN A4-Aktenordner digitalisiert und ins Internet gestellt.
Damit sind endlich alle Fakten auf dem Tisch – ein großer Beitrag zur Versachlichung der Stadtbahn-Debatte.

Strassenbahn-Hamburg.de fasst die wichtigsten Punkte für Sie zusammen:

  • Warum ist eine Stadtbahn überhaupt nötig?
    Der Öffentliche Nahverkehr in Hamburg wächst - im Bundesvergleich – seit Jahren überdurchschnittlich stark. Schon heute fahren tägliche über 400.000 Menschen mit der Hochbahn.
    Durch die zusätzlichen Fahrgeldeinnahmen ist die Hochbahn so rentabel wie kein anderes Verkehrsunternehmen in Deutschland und benötigt nur wenige Zuschüsse von der Hansestadt Hamburg.

    Allerdings könnte sich dieser Zustand schon bald umkehren.
    Analysen und Prognosen haben ergeben, dass die Fahrgastzahlen im Busverkehr in den kommenden Jahren weiter ansteigen werden. Die Experten sind sich sicher: Wenn Hamburg seine ÖPNV-Struktur diesem Ansturm nicht grundlegend anpasst, und stattdessen nur zusätzliche personalintensive Busse einsetzt, werden die Betriebskosten irgendwann überproportional in die Höhe schießen. Das würde dazu führen, dass die Hochbahn trotz Rekord-Fahrgastzahlen künftig ein größeres Defizit machen würde als heute.

  • Warum wurde ausgerechnet die Strecke Bramfeld – Winterhude (- Altona) ausgewählt?
    Die Hochbahn hat in Studien mehrere mögliche Stadtbahnstrecken untersucht. Durch die vorgegebene Lage des Betriebshofs nahe Rübenkamp kamen zwei Strecken in Betracht:

    1.) Bramfeld – Winterhude – Altona
    2.) Bramfeld - Steilshoop – Hauptbahnhof

    Eine Verkehrsuntersuchung hat ergeben, dass mit der Strecke Bramfeld - Altona deutlich mehr Menschen erstmals einen Schienenanschluss erhalten als bei der Strecke Bramfeld - Hauptbahnhof. Außerdem leben entlang der Strecke nach Altona mehr autofahrende Pendler, die theoretisch auf die Stadtbahn umsteigen könnten.

    Die Hochbahn rechnet damit, dass auf dieser Strecke pro Tag 12.150 Autofahrten auf die Stadtbahn verlagert werden. Zusätzliche 2.700 Fahrten am Tag würden überhaupt erst durch die Stadtbahn generiert – dabei handelt es sich um Fahrgäste, die erst durch die Stadtbahn auf die Idee kommen, per ÖPNV in andere Stadtteile zu fahren.

    Diese Zahlen sind auf der Strecke Bramfeld – Hauptbahnhof nicht erreichbar, weil dort der Großteil der möglichen Stadtbahnnutzer schon jetzt mit anderen Schienenverkehrsmitteln (S1/S11, bzw. U3) in die Innenstadt fährt. Der ÖPNV würde auf dieser Strecke also kaum neue Fahrgäste hinzugewinnen.

    Auch die wirtschaftliche Betrachtung der Strecken spricht eindeutig für die Trasse nach Altona. Nur auf dieser Strecke lassen sich mit einem Schlag die hochbelasteten Metrobuslinien 20 und 25 direkt ersetzen.
    Bei der Strecke Bramfeld – Hauptbahnhof können die Buslinien 6 und 7 nicht vollständig ersetzt werden.

  • Warum soll die Sadtbahn durch die Ortsmitte von Winterhude fahren?
    Im Rahmen der Feinplanung haben die Experten mehrere alternative Trassenverläufe zwischen dem Jahnring und Eppendorf miteinander verglichen:

    Variante 1
    Kellinghusenstraße – Hudtwalckerstraße – Winterhuder Markt – Ohlsdorfer
    Variante 2
    Eppendorfer Markt - Hudtwalckerstraße – Winterhuder Markt – Ohlsdorfer Straße
    Variante 3
    Kellinghusenstraße – Hudtwalckerstraße – Bebelallee – Deelböge - Braamkamp
    Variante 4
    Eppendorfer Markt – Meenkewiese – Lattenkamp – Braamkamp
    Variante 5
    Kellinghusenstraße – Bebelallee – Heubergredder – U Alsterdorf – City Nord
    Variante 6
    Kellinghusenstraße – Winterhuder Markt – Barmbeker Straße – Hindenburgstraße
    Dazu kamen noch mehrere Untervarienten, welche Sie den detaillierten Planfeststellungsunterlagen entnehmen können.

    Die Prüfung all dieser Trassenvarienten hat ergeben, dass die Streckenführung Kellinghusenstraße – Hudtwalckerstraße – Winterhuder Markt – Ohlsdorfer Straße die meisten Vorteile bietet. Ein danach in Auftrag gegebenes Detail-Gutachten hat dies bestätigt.

    Folgende Punkte sprechen – unter anderem – für die ausgewählte Streckenführung:

    - Die Verknüpfung der Stadtbahn mit dem Umsteigeknoten Kellinghusenstraße ist sehr gut.

    - Die Trassenführung ist im Vergleich zu den Alternativen am kürzesten (Fahrzeitersparnis).

    - Die Führung durch den Ortskern von Winterhude erschließt die größten Einwohner- und Fahrgastpotentiale (dies wird daran deutlich, dass die bedeutenden Metrobuslinien 20 und 25 genau denselben Linienweg haben).

    - Die Linienführung macht es möglich, dass die Metrobuslinien 20 und 25 komplett durch die Stadtbahn ersetzt werden können. Dies ist eine große Kostenersparnis und sorgt für weniger Verkehr im Ortskern von Winterhude.

    - Die Trasse durch Winterhude erfordert den Neubau einer Brücke. Bei allen anderen Trassenvarianten müssten gleich mehrere Brücken neu gebaut werden.

    - Entlang der ausgewählten Strecke müssen deutlich weniger Bäume gefällt werde als bei den Alternativen (z.B. in der Eppendorfer Landstraße).

    - Verkehrssimulationen haben ergeben, dass eine Stadtbahntrasse über Lattenkamp, Deelböge und Braamkamp verheerende Auswirkungen auf den Autoverkehr an diesen Knotenpunkten hätte.

    - Jede andere Streckenführung würde den Wegfall von deutlich mehr Parkplätzen bedeuten.

    - Alle Alternativ-Routen würden auf langen Abschnitten einen Parallelverkehr zur bestehenden U1 bedeuten.

    - Eine Streckenführung durch die Barmbeker Straße und durch den Stadtpark würde die Fällung zahlreicher alter und schützenswerter Bäume bedeuten.

    Weitere Detailinformationen zum Thema lesen Sie hier

  • Wie lange werden die Bauarbeiten dauern?
    Der Bau der gesamten Strecke soll ca. zwei Jahre dauern – aufgeteilt in mehrere Bauabschnitte. Pro Abschnitt sollen die Bauarbeiten nicht länger als sechs bis acht Monate andauern. In dieser Zeit sollen alle Häuser, Geschäfte und Garagenzufahrten durchgehend erreichbar bleiben. Im Dialog mit dem Einzelhandel will die Hochbahn die Bauarbeiten so koordinieren, dass der Lieferverkehr für die Geschäfte nicht beeinträchtigt wird.

    Durch den Neubau der über 90 Jahre alten Winterhuder Brücke wird die Hudtwalckerstraße für ca. zwei Jahre nur einspurig befahrbar sein.

    Die für den Straßenbau zuständigen Behörden und die Polizei haben den Planern hierfür grünes Licht gegeben und halten das Baukonzept für unbedenklich.

  • Wie viele Parkplätze fallen durch die Stadtbahn weg?
    Durch den Bau der Stadtbahn werden einzelne Parkplätze entfallen, die aber fast in komplettem Umfang ersetzt werden.

    Beispiel Winterhude:
    Parkplätze
    aktuell
    Parkplätze
    geplant
    Bilanz geplante Ausgleichsplätze Gesamtbilanz
    Goernestraße 24 0 -24 24: Kümmellstr. +/- 0
    Kellinghusenstraße 92 50 -42 11: Kümmellstr.
    31: Loogestr./ Loogeplatz und Geffckenstraße
    +/- 0
    Hudtwalckerstraße 34 33 -1 - -1
    Winterhuder Markt 3 0 -3 - -3
    Ohlsdorfer Straße 65 41 -24 24: Linnering +/-0

    Somit fallen durch den Stadtbahnbau in ganz Winterhude insgesamt 4 Parkplätze ersatzlos weg.

    Weitere Detailinformationen zum Thema lesen Sie hier.

  • Welche Buslinien fallen durch die Stadtbahn weg?
    Ziel der Stadtbahn ist es, möglichst viele hochbelastete Buslinien entlang der Strecke direkt zu ersetzen.
    Folgende Anpassungen sind vorgesehen:
Metrobus 20
Diese Linie wird komplett durch die Stadtbahn ersetzt. Direkter Ersatz erfolgt durch die Stadtbahn (Abschnitt Rübenkamp – Winterhuder Markt) und die Linie 25 (zusätzliche Fahrten im Abschnitt U Kellinghusenstraße – Eppendorfer Markt – Altona).
Metrobus 25
Diese Linie übernimmt zwischen Altona und Eppendorfer Markt zusätzlich die Fahrten der Linie 20. Alle Fahrten werden an die Haltestelle U Kellinghusenstraße angebunden. Von dort aus führt die Linie über Geffckenstraße und Maria-Louisen-Straße zur Dorotheenstraße nach Hammerbrook. Der Umweg über den Winterhuder Markt entfällt. Die Anbindung des Winterhuder Marktes in Richtung Uhlenhorst übernimmt die dann verlängerte Linie 114.
Linie 114
Die Linie 114 wird in Richtung Uhlenhorst verlängert und über die Bebelallee und den Winterhuder Markt geführt. Von dort aus folgt die Linie dem bisherigen Verlauf der Metrobuslinie 25. So wird weiterhin eine direkte Anbindung Uhlenhorsts an den Winterhuder Markt gewährleistet.
Linie 292
Diese wird ab U Lattenkamp in südlicher Richtung verlängert und übernimmt den heutigen Südast der Linie 114 bis U Klosterstern.
Metrobus 7
Die Linie 7 entfällt auf ganzer Strecke. Die Feinerschließung von Steilshoop und der Fuhlsbüttler Straße sowie die Anbindung Steilshoops an die Nahversorgung in Barmbek erfolgt zukünftig durch die Linien 118 und 218 (Steilshoop – Barmbek) sowie 172 (Fuhlsbüttler Straße).
Metrobus 26
Diese Linie verkehrt mit Inbetriebnahme der Stadtbahn vsl. nur noch zwischen Rahlstedt und Steilshoop-Mitte. Die Anbindung Steilshoops, Bramfelds und Rahlstedts an die S-Bahn (Haltestelle Rübenkamp) erfolgt über die Stadtbahn. An der Haltestelle Cesar-Klein-Ring kann bahnsteiggleich komfortabel umgestiegen werden. Die Erschließung der City Nord erfolgt über die Stadtbahn, die Linien 23 und 179.
Linie 179
Nach Zurücknahme der Linie 26 übernimmt die Linie 179 die Erschließung der Haltestelle New-York-Ring und verkehrt ab Jahnring über Überseering (West) und Sydneystraße.
Linie 118
Im Abschnitt zwischen U Wandsbek-Gartenstadt und Cesar-Klein-Ring verbleibt die Führung wie bisher. Ab Gründgensstraße / Alfred-Mahlau-Weg wird über den Alfred-Mahlau-Weg, die Steilshooper Allee Richtung Osten, Steilshooper Straße, Rümkerstraße, Langenfort, Fuhlsbüttler Straße und Hufnerstraße bis zur Haltestelle U/S Barmbek verkehrt. Die heutige Linienführung über Steilshoop West, Hebebrandstraße, City Nord, Jahnring, Ohlsdorfer Straße, Winterhuder Markt und Kellinghusenstraße wird direkt durch die Stadtbahn übernommen.
Linie 218
Ab Edwin-Scharff-Ring (Buskehre) verläuft diese neue Linie über Gründgensstraße, Gustav-Seitz-Weg, Steilshooper Allee Richtung Westen und dann parallel zur Linie 118 über Steilshooper Straße, Rümkerstraße, Langenfort, Fuhlsbüttler Straße und Hufnerstraße bis zur Haltestelle U/S Barmbek.
Linie 277
Die Linie verkehrt parallel mit der Linie 177 bis Owiesenstraße. Ab hier erfolgt die Weiterführung in Richtung Osten auf der Steilshooper Allee und weiter auf dem bisherigen Linienweg bis U Berne.
Linie 177
Der Linienverlauf bleibt wie bisher zwischen U/S Barmbek und Owiesenstraße. Die Linie endet hier. Die Anbindung des Bramfelder Sees an die Stadtbahn übernimmt die Linie 270, die Erschließung Steilshoops übernehmen die Stadtbahn und die Buslinien 118 / 218.
Linie 270
Die Linie wird ab Bramfeld, See über die Fabriciusstraße und den Leeschenblick bis zur Buskehre Borchertring verlängert.


  • Was kostet die Stadtbahn und wer bezahlt?
    Die Gesamtkosten der ersten Stadtbahnstrecke zwischen Bramfeld und Kellinghusenstraße liegen bei 338 Mio. Euro.

    Dieser Betrag setzt sich so zusammen:
    Betriebshof Kosten trägt die Hochbahn
    (wie bei Bussen und U-Bahnen üblich)
    61 Mio
    14 Fahrzeuge
    48 Mio.
    Baukosten inkl. Planung & Grunderwerb
    229 Mio.
    Bundeszuschüsse aus
    Regionalisierungsmitteln
    Ist bereits fest zugesagt 98 Mio.
    Bundeszuschüsse nach dem
    Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
    Bislang nur vorläufig beantragt 74 Mio.
    Restbetrag Wird aus dem Hamburger Haushalt finanziert 57 Mio.

    Die Bundezuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sollen beantragt werden, sobald prüffähige Unterlagen vorliegen. Laut Hochbahn wird dies im Frühjahr 2011 der Fall sein.
    Hochbahnchef Elste geht fest davon aus, dass die Zuschüsse kommen. Falls dies nicht so kommt, wäre das Stadtbahn-Projekt für ihn gestorben, so Elste auf einer Pressekonferenz.

  • In welchem Takt wird die Stadtbahn fahren?
    Die Experten der Hochbahn rechnen damit, dass auf der Stadtbahnstrecke zwischen Altona und Winterhude täglich mehr als 30.000 Menschen pendeln werden. Zwischen Winterhude und Bramfeld sollen es täglich rd. 10.000 sein.

    Die Züge sollen auf der Gesamstrecke in einem 10 Minuten-Grundtakt verkehren. Dieser Takt wird zwischen Altona und der Haltestelle „Ohlsdorfer Straße“ ganztägig zu einem 5 Minuten-Takt verdichtet.
    In den Hauptverkehrszeiten fahren diese Verstärkerzüge bis zur Endhaltestelle in Bramfeld und bieten somit auch dort einen 5 Minuten-Takt.

    Weitere Detailinformationen zum Thema lesen Sie hier.

  • Was passiert z.B. bei Störungen (Unfälle, Rettunseinsätze, etc.) in der Ohlsdorfer Straße?
    Laut den Planfeststellungsunterlagen wird der Streckenabschnitt zwischen Kellinghusenstraße und Ohlsdorfer Straße als „störungsgefährdet“ bewertet.
    Aus diesem Grund haben die Planer an den Haltestellen „Kellinghusenstraße“ und „Ohlsdorfer Straße“ zusätzliche Weichenverbindungen zwischen den Gleisen eingeplant. Somit ist es z.B. bei einer Sperrung im Ortskern von Winterhude möglich, dass die  aus Bramfeld kommenden Stadtbahnen schon vor Beginn der Ohlsdorfer Straße wenden und zurückfahren können.

  • Kann die Stadtbahn nicht auch ohne Oberleitung fahren?
    Die elektrisch betriebene Stadtbahn benötigt für Ihren Antrieb Strom aus einer Oberleitung.
    Laut den Planfeststellungsunterlagen ist eine Hochkettenwerksfahrleitung mit einer sehr niedrigen Systemhöhe (0,90 m bis 1,00 m ) geplant um eine gute städtebauliche Verträglichkeit zu erreichen.
    Abschnitte ohne Oberleitung sind zwischen Bramfeld und Altona nicht vorgesehen – prinzipiell aber nicht ausgeschlossen. Unter anderem sollen die Stadtbahnfahrzeuge so ausgestattet werden, dass eine Nachrüstung mit Akkus (für kurze oberleitungsfreie Abschnitte) möglich ist, sobald es der Stand der Technik erlaubt.
    Zurzeit ist ein wirtschaftlicher und reibungsloser Betrieb ohne Oberleitung aber noch nicht möglich. Dies zeigt z.B. ein Blick nach Bordeaux und Nizza in Frankreich, wo bereits Stadtbahnen ohne Oberleitung verkehren. Beide Städte haben teilweise mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen.

Die gesamten Planfeststellungsunterlagen lesen Sie hier.
Kommentare (5)add comment

Ultralinker said:

0
Unsinn bleibt Unsinn!
Wo ist die investigative Fragestellung und Herangehensweise wie bei den Kritikern und Skeptikern von Stuttgart 21 - ist das etwa egal?
Falls ja , dann ist es kein deut besser, egal mit wievielen Akten beschrieben! Unsinn bleibt Unsinn - egal wie groß und bürokratisch!

Die Kritiker von S21 haben ja gezeigt das Sie keine Alternativen haben und brauchen. Dann braucht man das in Hamburg erst recht nicht!

Damit ist argumentiert: Die Stadtbahn braucht niemand - egal wie geschmiert.

Dr. No bitte bringen sie schwarz grün zum scheitern und die Stadtbahn ad acta!
November 04, 2010

chris said:

chris
Wo ist Ihr Alternativkonzept?
@Ultralinker

Sie irren: Die Stuttgart21-Gegner haben sehr wohl ein Alternativ-Konzept, welches in wichtigen Punkten sehr viel schlüssiger erscheint, als die Gutachten der Bauträger.

Die Gegner zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie in akribischer Detailarbeit und mit Hilfe namenhafter Experten genau belegen, wo die Schwachstellen von Stuttgart 21 sind.

Und genau da liegt der Unterschied zu den Stadtbahn-Gegnern in Hamburg, welche bislang nicht über ein dumpfes “wollen wir nicht” hinausgekommen sind.

Das ist zu wenig!

Wenn Sie hier also die Planfeststellungsunterlagen für die Stadtbahn ablehnen, erwarte ich von Ihnen schon etwas mehr, als nur ein einfaches “Unsinn”.

Wenn Sie mir ein schlüssiges Alternativkonzept zur Stadtbahn vorlegen, welches eindeutig belegt, dass es leistungsfähigere und günstigere Alternativen zur Stadtbahn gibt, lasse ich mich gern davon überzeugen – darauf haben Sie mein Wort.

Also: Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Stuttgart21-Gegnern und legen Sie los!
November 05, 2010

W. K. said:

0
...
Erstens geht es in Stuttgart um Ersatz oder nicht Ersatz eines vorhandenen, funktionierenden und dank einer Bauzeit bis mindestens 2020 noch mindestens 10 Jahre aktiven Bahnhofes. Der Bahnhof funktioniert und die Stuttgart 21 Gegner wollen ihn modernisieren und weiterbetreiben, die DBAG sieht nur die Euronoten, die ihr vom Steuerzahler geschenkt werden, den nicht die DBAG zahlt den Bahnhof, sie baut ihn nur, die Trassengebühren kassiert sie allerdings dann schon. Das heißt üblicherweise Sozialisierung der Verluste, Privatisierung der Gewinne.
Eine Stadtbahn gibt es in Hamburg als mit Abstand größte Stadt der BRD ohne Straßenbahn seit 1978 nicht mehr. Es spricht schon einiges dafür, dass nicht alle anderen Städte, die noch Straßenbahn haben und sie auch allesamt behalten werden, falsch liegen, sondern vielleicht Hamburg mit der Stillegung falsch lag. Selbst die SPD hatte das zeitweise erkannt, wenn sie es auch zwischenzeitlich offenbar wieder vergessen hat.
Der Unterschied zwischen Hamburg und Stutgart ist allerdings der, dass die SPD den Generalmanager für Stuttgart 21 stellte, der dann plötzlich dumm aus der Wäsche schaute, als seine Partei - wie üblich und wie auch in Hamburg - nicht mehr wußte für was sie eigentlich ist, während ihr früherer Hamburger Fraktionsvorsitzender nun als Hochbahnchef auch gegen die Meinung seiner Partei sich von den Vorteilen und der Notwendigkeit einer Stadtbashn für Hamburg überzeugt hat und sie seitdem auch offensiv vertritt. Und Hamburg ist ja ein Paradebeispüiel für die SPD als Partei der Unzuverlässigkeit. Zuerst verhinderte sie dsie Beibehaltung der letzten drei Linien, dann stellte sie bei der Stillegung fest, dass sie vielleicht doch falsch sei, dann war sie für die Stadtbahn und dann tritt ihr Bürgermeister Voscherau vor die Öffentlichkeit und weiß plötzlich gar nicht mehr, dass er im Amt die Stadtbahn forderte. Nun ist er plötzlich Busfan.
So eine Partei in der Regierung ist mit Sicherheit schädlicher als jede Alternative. Wenigstens das hat wohl auch die GAL erkannt.
November 05, 2010

Michael2 said:

0
...
Zur Zeit fahre ich Auto,

wenn die Strassenbahn kommt werde ich wahrscheinlich umsteigen. Täglich Eppendorf City Nord. Die Busse zeichnen sich ja nicht nur durch ein gefühltes Schneckentempo aus sondern erinnern mich durchaus an einen Viehtransport. Gerade im Winter wenn alles nass ist.

Hoffentlich hält mein Auto noch solange durch. Könnte knapp werden wenn das Projekt jetzt noch stark verzögert werden sollte.

gruss

Michael
November 17, 2010

Westfale said:

0
Stuttgart21
Stuttgart21 scheint für die Verkehrsplaner in der BRD zum Fanal zu werden. Bereits vor Jahrzehnten wurde der Straßenbahn-Fahrgast in Stuttgart "unter die Erde verbannt". Also nicht nur die Straßenbahn, sondern natürlich auch alle Menschen, die sie benutzen. Das scheint in Stuttgart begriffen worden zu sein. Nun sind die Fahrgäste von S- und Fernbahn dran. Stuttgart21 heißt, Stuttgart an weiterer Stelle aus der Kellerperspektive erleben. Viel Urbanität strahlt die Stadt, die nach dem Krieg eben nicht gerade städtebaulich bemerkenswert wiedererstand, ohnehin nicht aus. Die Tunnel und der sich damit breitmachende Straßenverkehr rauben ihr den letzten Rest Lebensqualität. Erhalten bleibt vom Stuttgarter Hauptbahnhof, wenn es nach den Planern geht, allerdings als topografischer Orientierungspunkt weiterhin der markante Turm, auf dessen Dach dann nach wie vor das Markenzeichen einer bekannten örtlichen Automarke prankt und rotiert. Honi soit qui mal y pense!
Übrigens sei in diesem Zusammenhang einmal daran erinnert, daß die erste U-Bahn in Chicago der Müllabfuhr diente und nicht dem Transport von Menschen.
Die Stoßrichtung der Kritiker von Stuttgart21 ist somit die gleiche wie die der Beführworter einer Wiedereinführung einer Straßenbahn in Hamburg. Es geht in beiden Fällen um Fragen der Urbanität, um Fragen der städtischen Lebensqualität.
November 18, 2010

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